„Es kann ja nicht schaden …“ – Warum auch Homöopathie sorgfältig angewendet werden sollte
Immer wieder höre ich von Tierbesitzern den Satz:
„Es ist doch nur Homöopathie – das kann ja nicht schaden.“ Oder: „Ich habe einfach mal etwas Pflanzliches gegeben.“
Genau hier möchte ich ein weit verbreitetes Missverständnis aufgreifen.
Auch homöopathische Arzneimittel sollten nicht wahllos eingesetzt werden. In der klassischen Homöopathie wird das Mittel individuell auf das jeweilige Tier abgestimmt. Passt ein Mittel nicht zur aktuellen Situation oder zur Konstitution des Tieres, kann es zu einer unerwünschten Mittelreaktion kommen. Dabei können sich bestehende Beschwerden vorübergehend verstärken oder sogar neue Symptome auftreten.
So kann es beispielsweise sein, dass ein Tier nach einem unpassenden Mittel plötzlich unruhiger wird, stärker juckt oder ein bereits abgeklungenes Symptom wieder auftritt.
Besonders problematisch kann es werden, wenn immer wieder verschiedene homöopathische Mittel „auf Verdacht“ gegeben werden. Dadurch kann der Organismus irgendwann nicht mehr klar auf die gesetzten Reize reagieren. In der Homöopathie spricht man dann von einem sogenannten Arzneimittel-Stillstand. Für uns Therapeuten bedeutet das, dass selbst ein sorgfältig ausgewähltes Mittel zunächst nur eingeschränkt oder gar nicht wirkt.
In solchen Fällen muss der Organismus häufig erst wieder in einen Zustand gebracht werden, in dem er überhaupt auf die passende Behandlung reagieren kann. Dieser zusätzliche Schritt wäre oft gar nicht notwendig, wenn nicht zwischendurch eigenständig verschiedene Mittel ausprobiert worden wären.
Deshalb bitte ich meine Tierbesitzer, während einer laufenden homöopathischen Begleitung keine weiteren homöopathischen oder naturheilkundlichen Mittel ohne vorherige Rücksprache zu verabreichen. Nur so lässt sich zuverlässig beurteilen, wie das Tier auf das ausgewählte Mittel reagiert, und die Behandlung kann gezielt angepasst werden.
Eine gute homöopathische Begleitung lebt von einer sorgfältigen Beobachtung, einer individuellen Mittelwahl und einer engen Zusammenarbeit zwischen Tierbesitzer und Therapeut. So schaffen wir die besten Voraussetzungen, den Organismus optimal zu unterstützen.
Haben Sie Fragen zur Homöopathie oder möchten Sie wissen, ob sie für Ihr Tier geeignet sein könnte? Dann freue ich mich über Ihre Nachricht.

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Glendy Heutmekers, Tierheilpraktikerin
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